Ausgrabungen des
Deutschen Archäologischen Instituts
in Sanliurfa (Türkei)
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Anlage A     

 

Vertikalaufnahme von Anlage A während der Ausgrabung.

 

Als erste Baustruktur der älteren Schicht III mit T-Pfeilern wurde 1996 Anlage A entdeckt. Die T-Form konnte schon anhand der Befundlage in Nevali Cori als menschengestaltig erkannt werden, da sich dort in Flachrelief dargestellt Arme und Hände beobachten ließen, die den Pfeilern unmißveständlich eine anthropomorphe Bedeutung gaben. Die T-Pfeiler der Anlage A zeigen zwar keine Arme oder Hände, können aber zweifelsohne wie alle anderen T-Pfeiler ebenfalls als zwar stark stilisierte, aber als menschgestaltige Pfeilerwesen erkannt werden.

Anlage A erscheint zwar im Grundriß eher quadratisch denn rund, doch wird sie dennoch zu den Kreisanlagen gerechnet. Auch ist eine endgültige Beschreibung ihrer Umrißform noch nicht möglich, denn das Bauwerk wurde bisher nur etwa zur Hälfte freigelegt. Die Grabungen waren hier seit einiger Zeit ausgesetzt worden, da es hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise infolge der starken Zerstörung der Anlage von Vorteil erschien, zunächst mit den 1998 und 1999 entdeckten Nachbaranlagen B und C fortzufahren, um die dann erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen bei der Wiederaufnahme der Grabungen in Anlage A verwerten zu können.

Dies ist für die nächste Zukunft vorgesehen. Vorläufig kann das Bauwerk also nur mit einer gewissen Zurückhaltung beschrieben werden. Die Pfeiler 1 und 2 bilden die Zentralpfeiler. Sie wurden bis auf das Höhenniveau der steinernen Bank freigelegt. Die beiden Pfeiler sind reich mit Reliefs verziert, wobei bei Pfeiler 1 besonders das auf der linken Schaftseite angebrachte netzartige Relief ins Auge fällt, das wahrscheinlich ein Geflecht aus Schlangen darstellt. Auf der Vorderseite des Pfeilers befinden sich zwei breite, senkrecht nach unten verlaufende Bänder, die eine ähnlich breite, dazwischen eingesenkte Fläche metopenartig umrahmen und senkrecht an beiden Kanten der Fläche herablaufen. Auf und zwischen den Bändern erscheinen fünf Schlangen. Da es sich bei den Bändern kaum um ein anatomisches Detail der anthropomorphen Pfeiler handeln kann, sollten sie höchstwahrscheinlich einen realen Gegenstand bedeuten. Sie lassen sich besonders in den Anlagen C und D, die noch zu besprechen sind, feststellen und können als stolaartiges, sakrales, und wohl wirkungsmächtiges Kleidungsstück der steinernen Pfeilerwesen verstanden werden.

Pfeiler 2 trägt auf der rechten Schaftseite die vertikal gereihte Motivfolge "Stier, Fuchs und Kranich" und auf der hinteren Schmalseite ein Bukranium. Das befindet sich wieder zwischen den Bändern einer "Stola". Die im Verlauf der Jahre gewonnenen Kenntnisse zur Verteilung der Reliefs auf den Pfeilern machen deutlich, daß sich Pfeiler 2 in einer sekundären Aufstellung befindet. Dabei wurde der ursprüngliche Rücken zum Bauch und umgekehrt, denn das Bukranium und die Stola befinden sich auf der Rückseite und damit an einem falschen Platz. Sie sollten sich angesichts der vielen inzwischen bekannten Beispiele ursprünglich auf der Vorderseite befunden haben.

Die Zahl der um die Zentralpfeiler errichteten weiteren Pfeiler der Anlage A liegt bisher bei nur vier. Ohne Frage wird sich diese Zahl bei einer Fortsetzung der Grabungen stark erhöhen, doch kann noch nicht abgeschätzt werden, wieviele es dann sein werden.

 

 

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